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Star Citizen: Rückblick auf 2017 mit Update 3.0 & Squadron 42

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Star Citizen: Rückblick auf 2017 mit Update 3.0 & Squadron 42

Die letzte Folge der Infoshow zu Star Citizen, Around the Verse, rekapituliert ein ereignisreiches Jahr. Wir schauen ebenfalls zurück.

In diesem Artikel erfahrt ihr:

  • Was Entwickler CIG im letzten Jahr alles vorgestellt hat
  • Welche Skandale & Kontroversen es gab
  • Ob CIG die Versprechungen halten konnte oder nicht

Star Citizen ist das mit Abstand ambitionierteste Spieleprojekt der heutigen Zeit. Über 175 Millionen Dollar sind dafür bislang durch die Unterstützung von Spielern zusammengekommen. Im Vergleich zum Vorjahr, das mit etwas über 36 Millionen Dollar bisher stärkste Unterstützungsjahr, bleibt 2017 nur knapp dahinter zurück: Der Funding-Counter endet mit knapp 35 Millionen Dollar.

Damit lässt sich schon ein ordentliches Studio betreiben – oder um genauer zu sein: gleich vier Studios mit über 450 Mitarbeitern. Ich hatte im Sommer selbst die Möglichkeit, eines der Studios von Cloud Imperium Games (CIG) zu besuchen (Foundry 42 in Frankfurt) und dort mit den Entwicklern persönlich zu sprechen. Besonders beeindruckend fand ich, dass jeder einzelne Mitarbeiter voll hinter dem Projekt steht. Anders als es gern dargestellt wird, ist Star Citizen zwar immer noch Chris Roberts‘ Vision, aber es ist schon lange nicht mehr nur sein Projekt: Ohne sein Team von hochtalentierten Entwicklern wäre Star Citizen kaum vorstellbar.

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Das machte Roberts mir gegenüber bei einem Interview nach der CitizenCon 2017 deutlich und das war auch der Grund, warum er mit einem veränderten, messe-ähnlichen Konzept das jährliche Großevent zu Star Citizen stattfinden ließ. Das Team sollte in den Mittelpunkt rücken. Aber dazu kommen wir gleich noch, denn vorher ist auch eine Menge passiert, wie die Jahresabschlussfolge der wöchentlichen Info-Show Around the Verse zusammenfasst. Grund genug für mich, auf ein ereignisreiches Jahr mit Star Citizen zurückzublicken.

Januar 2017: Alien-Sprachen und KI

Der Start ins Jahr 2017 begann mit der Vorstellung der Alien-Sprachen. Britton Watkins arbeitet an der Umsetzung der Sprachen für die Alienrassen Vanduul und Xi’an. Die Xi’an – Sprache ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass sie mit offiziellen Videos und Leitfäden erlernt werden kann. Für das Gameplay bieten komplette Sprachen beispielsweise die Möglichkeit, echte Übersetzungen anfertigen oder Übersetzungs-Apps (beispielsweise für das mobiGlas-Benutzerinterface) zu Rate ziehen zu müssen.

Ebenfalls im Januar wurde die Roadmap für Star Citizen veröffentlicht. Der bezog sich allerdings noch nicht auf das spätere Update 3.0, sondern kündigte Verbesserungen und Features für die Alpha 2.6 an. Neben andauernden Arbeiten am Balancing und der Performance standen auch Features wie die MegaMap im Plan. Damit sollten Spieler in der Lange sein, ohne lange Ladescreens zwischen verschiedenen Spielmodi (beispielsweise Hangar, Arena Commander, Star Marine) wechseln zu können.

In weiteren Entwickler-Shows des Monats Januar wurden Mechaniken wie Distress Beacons erklärt (Notsignale von Spielern) und die Auswirkungen von individuellen Planetenumgebungen auf das Gameplay diskutiert. Können wir uns in Star Citizen als Farmer zur Ruhe setzen?

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Den Zusammenhang zwischen der KI und den Animationen im Konzept beider Spiele, Star Citizen und Squadron 42, wurde im AtV „Engineering Intelligence“ behandelt. CIG hatte unlängst noch mit zwei verschiedenen KI-Systemen gearbeitet (CryAI und Kythera), wollte aber ein auf lange Sicht belastbares, modulares und einheitliches System schaffen. Die sogenannte Subsumption AI steuert jetzt nicht nur NPCs (hier sind 24-Stunden-Tagesabläufe das Ziel), sondern auch die Missionen und ihre jeweiligen Auslöser. Das soll so weit gehen, dass Missionsbausteine prozedural generiert werden und über mehrere Stufen immer wieder unterschiedliche Erfahrungen ermöglichen.

Februar 2017: Musik, Virtual Reality und regionale Server

Im Februar ging es um die Musik für Squadron 42, die Komponist Geoff Zanelli (Outlander, Pirates of the Caribbean) für die Einzelspielerkampagne von Star Citizen schreibt. In der zugehörigen AtV-Folge wurde die angestrebte Dynamik der Musikuntermalung erläutert.

Gleich zu Beginn des Monats gab es außerdem Aufregung um die VR-Umsetzung zu Star Citizen. Ein missverständlicher Entwicklerpost im offiziellen Forum hatte unter den VR-Enthusiasten der Star Citizen-Unterstützer für Aufruhr gesorgt. Alles halb so wild: Die VR-Umsetzung kommt, nur hat sie keine Priorität. Chris Roberts bestätigte mir gegenüber in zwei Interviews (einmal Ende 2016 und nach der CitizenCon 2017), dass VR auf der Agenda steht. Er betonte, dass sich Star Citizen aufgrund von kompletter 3D-Umsetzung, nachvollziehbaren Mechaniken und der Übereinstimmung von First und Third Person an sich schon sehr gut für VR eigne.

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Dann stellte CIG das erste kleine Mining-Schiff in einem Trailer vor. Die Berufe, die 2018 sukzessive in der Alpha von Star Citizen Einzug halten sollen, werden von vielen Fans sehnlichst erwartet. Die MISC Prospector brachte  die ersten neuen Hinweise auf den Bergbau-Beruf. Das kleine Schiff kann auf Asteroiden landen und Mineralien aus dem Gestein lutschen. Container können abgeworfen und von einem Frachtschiff zu einem Zielort transportiert werden.

Darüber hinaus wurde Patch 2.6.1 veröffentlicht, der neben der neuen Community-Plattform Spectrum endlich regionale Server brachte. Mit den europäischen Servern verringerte sich endlich die Spielverzögerung im Alpha-Universum erheblich.

März 2017: Charakteranpassung und Berufe

Wie passen wir unsere Spieler-Charaktere an und wie komplex wird das System? Im März ging CIG darauf ein und erklärte, wie Art, Design und Technik zusammenarbeiten müssen, damit ein vielschichtiges und modulares Charaktersystem möglich wird. Außerdem sprachen Chris Roberts und Tony Zurovec ausführlich über Berufe wie die Wiederverwertung.

Sehr cool: In einer Ausgabe von Happy Hour wurde mal eben schnell ein Basketball-Minispiel an Bord des Javelin-Zerstörers gebaut.

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April 2017: Mega Map und Buccaneer

Gleich zu Beginn des Monats wurde das Update 2.6.2 veröffentlicht. Das MegaMap-Feature war mit drin und verkürzte die Ladezeiten durch eine Art „Voraus-Streaming“ von Spielelementen. Dieses Feature soll später auch im MMO eingesetzt werden und für eine verbesserte Performance sorgen, indem Spielobjekte bei Bedarf (und rechtzeitig) geladen werden, während unwichtige (beispielsweise weit entfernte) Elemente nicht mitberechnet werden. Außerdem wurde die Buccaneer, ein schwer bewaffnetes Kampfschiff vom fiktiven Hersteller Drake Interplanetary, veröffentlicht.

Einen näheren Blick auf die planetaren Außenposten bekamen wir mit einem weiteren AtV-Video. Update 3.0 wurde im April für Juni geplant (bei diesen Planungen handelte es sich nicht um einen fest definierten Release-Termin, sondern um Schätzungen) und schließlich im Dezember veröffentlicht. Wie alles, was CIG veröffentlichen will, kann man auf das bei Ankündigung anvisierte Datum ein halbes bis ein ganzes Jahr draufschlagen. Trotzdem: Es ist interessant, die Fortschritte seit diesem Video jetzt selbst (in Update 3.0) nachvollziehen zu können.

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Mai 2017: Total Eclipse

Im Mai war nicht viel los. Die Eclipse von Aegis Dynamics war eigentlich die einzig erwähnenswerte Neuigkeit im Star Citizen-Universum. Dabei handelt es sich um einen Stealth-Bomber, der sich vom Radar unentdeckt bis in Schlagdistanz an den Feind heranarbeitet, seine tödliche Fracht abfeuert und sich schleunigst wieder aus dem Weltraumstaub macht.

Der Stealth-Bomber Aegis Eclipse.

Juni 2017: Sind die Star Citizen-Macher pleite?

Woran erkennt man ein Sommerloch? Es werden ungeprüft wilde Geschichten verbreitet. Ziel war mal wieder CIG. Die hatten die Unverfrorenheit besessen, für das Studio in Manchester eine Steuerrückzahlung für 2018 per Kredit im Voraus einzukassieren, was sofort zu Pleitegerüchten in der „Fachpresse“ führte. Dass es sich dabei aber bloß um eine Art Vorauszahlung handelte, die einen unvorteilhaften Wechselkurs bei Geldtransfer von Dollar in englische Pfund vermeiden sollte – naja, daraus lässt sich halt kein Skandal-Artikelchen stricken. Und außerdem hätte man sonst journalistische Arbeit machen und nachfragen müssen, wie es denn um die Finanzen bei CIG steht.

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Ich selbst habe derweil ein bisschen althergebrachten Journalismus betrieben, und mich – wie eingangs schon beschrieben – bei Foundry 42 in Frankfurt (das deutsche Studio von CIG) umgesehen und mit den Entwicklern gesprochen. Unter anderem wurde mir der neue Solar System Editor gezeigt, der den grundlegenden Aufbau kompletter Sonnensysteme in kurzer Zeit möglich macht. Außerdem konnte ich eine frühe Version von Update 3.0 anspielen.

Juli 2017: Prozedurale Generierung von Monden und Raumschiff-Wracks

Alles fängt mit Monden an. Zumindest in Star Citizen Alpha 3.0 sind die ersten großen Himmelskörper Monde und Planetoiden. Die sind allerdings riesig und deshalb zeigten uns die Entwickler, wie sie genau generiert werden, welche Arbeit Programme erledigen und wofür die Designer und Künstler zuständig sind. Das Ergebnis dieser Arbeit können wir aktuell im Persistent Universe in der Alpha von Star Citizen ansehen.

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Auf diesen Himmelskörpern finden wir Raumschiffwracks, teilweise ebenfalls prozedural generiert, wie die beiden Videos zum Thema zeigen. In solchen Wracks sollen später NPCs wohnen, wir finden dort Händler und Questgeber, aber auch feindliche Individuen. Außerdem gingen die Entwickler in diesem Monat noch auf Fracht & Handel ein, letzteres funktioniert in der grundlegenden Version über Kiosksysteme.

Ein neues Konzeptfahrzeug wurde zum Ende des Monats mit dem Kampfbuggy Cyclone vorgestellt. Neben einer Entdeckervariante gibt es die Kiste auch als Flugabwehr-Variante: Boden-Luft-Raketen sollen den Cyclone zu einer ernsten Gefahr für Raumschiffe machen.

August 2017: Gamescom, Face Over IP, 600i

Der August stand wie immer im Zeichen der Gamescom. Und auch dieses Jahr zeigte Roberts die Fortschritte seines Projekts in einer großen Präsentation. Die kam – wie üblich – nicht ohne diverse Bugs, aber das macht mittlerweile schon fast den Charme der Gamescom-Demos von CIG aus.

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Erstmals wurde das Großkampfschiff Idris in Aktion gezeigt, aber natürlich auch die neuen Mondoberflächen samt Hoverbikes, Rover-Fahrt und kleineren und größeren Gefechten.

Eine Überraschung war dabei das neue Face Over IP-System. Mit Hilfe handelsüblicher Webcams kann damit die Mimik des Spielers auf den Charakter im Spiel übertragen werden. Für Rollenspieler und Immersions-Fetischisten eine tolle Sache. War das aber wirklich notwendig? Die Integration soll laut CIG nebenbei erfolgt sein und keine übermäßigen Ressourcen verschlungen haben, zumal die eigentliche Technik von der Firma FaceWare kommt.

Das neue Schiff im August war die 600i von Origin. Das Luxusschiff kann für verschiedene Rollen ausgestattet werden, unter anderem für lange Reisen zwischen den Systemen oder Erkundungs-Touren.

Luxusschiff für betuchte Citizens: Die 600i von Origin.

Zusätzlich nehmen in dieser Zeit die wöchentlichen Bugreports, Burndown genannt, an Wichtigkeit zu, denn sie sind der Indikator für eine Veröffentlichung von Update 3.0. Jeden Freitag checkten viele Fans den Bug-Counter. Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis 3.0 an die erste Testergruppe, die sogenannten Evocati, rausging.

September 2017: Actor Status System und Fake-News

Mit Update 3.0 sollen weitere detaillierte Mechaniken ins Spiel kommen. Dazu gehört beispielsweise das Actor Status System. Darunter wird unter anderem die Spielergesundheit und seine Ausdauer subsummiert. Äußere Gegebenheiten wie Luftdruck, Atmosphäre und G-Kräfte haben ebenfalls Einfluss darauf. Dieses System macht andere Spielsysteme möglich, beispielsweise den Druckabfall in Räumen beim Öffnen von Türen. In Verbindung mit der Ausdauer und dem Sauerstoffverbrauch werden Spieler zudem zu taktischem und überlegtem Handeln gezwungen: Wildes Rennen, Springen und Ballern resultiert in stark verminderter Kampftauglichkeit bzw. sogar Tod durch Herzkasper, wenn man es richtig übertreibt.

Kaum ein Monat vergeht ohne Star Citizen-Drama. Im September griffen englische Medien eine reddit-Meldung (!) auf, die besagte, ein Unterstützer habe 45.000 Dollar zurückhaben wollen und CIG habe diesen Refund verzögert und erschwert. Deutsche Seiten mussten das übernehmen, schließlich sind Skandale gut für Klicks – auch wenn sich schnell herausgestellt hatte, dass es sich dabei um eine absichtliche Falschmeldung handelte. Mir gegenüber zeigte CIGs PR-Manager David Swofford Unverständnis für diese Art „Journalismus“: „Früher haben Journalisten erst recherchiert, ob eine Meldung korrekt ist, bevor sie veröffentlichten. Heute reicht ihnen ein x-beliebiges Foren-Posting als Quelle.“ Die Yellow Press ist längst im Gaming angekommen.

Neben umfangreichen Story-Missionen soll es viele abwechslungsreiche, prozedural generierte Missionen geben.

Immerhin gab es im September noch weitere interessante Infos über das Spiel selbst. Dabei ging es um das geplante Missions-System, das für mehr Abwechslung und weniger Wiederholung sorgen soll. Die Subsumption-KI steuert nicht nur die NPCs, sondern auch die Generierung von Quests. Neben umfangreichen Story-Missionen, die von den Designern manuell erstellt werden, steuert Subsumption die prozeduralen Quests und ihre Auslöser. Missionen sind als Teilmodule verfügbar, die das System frei kombinieren kann. Außerdem soll Subsumption in der Lage sein, zu überwachen, wann wo was passiert – und darauf basierend an Orten, wo schon länger nichts mehr passiert ist, Missionen zu generieren.

Übrigens: Sogar die Fluglotsen in Landezonen sollen echte NPCs (also nicht bloß Videoclips oder Tonspuren) sein, die nachvollziehbar (also sichtbar) ihre Arbeit machen.

Oktober 2017: Update 3.0 bei den Evocati, Citizen Con 2017

Der nächste große Schritt auf dem Weg zur Veröffentlichung wurde eingeleitet: Update 3.0 ging an die erste große Testergruppe, die sogenannten Evocati. Diese Gruppe von Testern steht unter einer Geheimhaltungsvereinbarung (NDA), weshalb keine Berichte über den Zustand des Updates an die Öffentlichkeit kamen – abgesehen von einigen mehr oder weniger plausiblen Leaks. Allerdings ist diese Gruppe immer die Vorstufe für den öffentlichen Testserver, der in Wellen weitere Spieler zulässt. Insofern war das ein erster großer Fortschritt. Der Bug-Counter stieg mit den neuen Testern allerdings erstmal ordentlich an.

Die Sabre Raven kam während der CitizenCon 2017 im Paket mit einer neuen Festplatte von Chiphersteller Intel.

Das größte jährliche Event zu Star Citizen ist die CitizenCon, die traditionell im Oktober stattfindet. 2017 war der Veranstaltungsort das Offenbacher Kapitol-Theater. Das Konzept der Show wurde in diesem Jahr von einer reinen Präsentation in eine über achtstündige Messe-Veranstaltung umgewandelt. Zu diesem Zweck wurde Chiphersteller Intel als Sponsor verpflichtet. Verschiedene, hochinteressante Panels auf der Hauptbühne zeigten unter anderem die Entstehung von Planeten und Monden, die Erstellung eines einzigen Frames in Star Citizen, prozedurale Animationen und die Industrieplattform Pioneer.

Mit diesem Konstruktionsschiff wird ein neues Feature eingeführt: Grundstücksbesitz und damit Housing. Abwegig ist das nicht, denn der massive Platz auf einem einzigen Mond würde ausreichen, um allen aktuellen Unterstützern ein eigenes Grundstück zu verschaffen. Mit der Pioneer können Außenposten gebaut werden, beispielsweise zum Abbau von Mineralien oder für das Betreiben einer Farm. Später in diesem Jahr sollte das zu einer neuerlichen Kontroverse führen.

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Der Höhepunkt der Messe war die Vorstellung des ersten mit einer Stadt bedeckten Planeten, ArcCorp. Der riesige Planet ist mit urbanen Sci-Fi-Strukturen bedeckt, allerdings werden nur einige Landezonen komplett ausgearbeitet sein. Trotzdem sollen wir den gesamten Planeten erkunden können und Missionen sollen uns auch in die Kulisse außerhalb der belebten Areas führen. Der Blick von einer Truck-Station im Orbit von ArcCorp war atemberaubend. Das war allerdings noch nicht alles, denn Roberts zeigte gleich noch den nächsten Planeten, Hurston. Dabei handelt es sich um einen industriell genutzten, schwer verschmutzten Planeten mitsamt Fauna und Flora.

Update Dezember 2018: Hurston und seine drei Monde sind seit Update 3.3.5 im Spiel.

Die CitizenCon 2017 war aus meiner persönlichen Sicht ein voller Erfolg und so voller Informationen, dass mir für meinen Interviewtermin mit Chris Roberts nach der Veranstaltung die Fragen fast vollständig ausgegangen waren.

November 2017: Wirbel um den Verkauf von Grundstücks-Lizenzen

Der November war mit Rückblicken auf die CitizenCon 2017 und die dort gezeigten Inhalte eigentlich recht unspektakulär. CIG zeigte beispielsweise detailliert, wie prozedurale Städte gebaut werden. Außerdem wurde die nächste Welle Tester auf den öffentlichen Testserver (PTU) zugelassen, die nicht mehr unter einer Geheimhaltungsvereinbarung standen. Endlich gab es Bilder, Videos, Gifs und Infos in rauen Mengen. In der Anniversary-Woche wurde zudem das neue Schiffskonzept der Aegis Hammerhead vorgestellt, eine Art fliegende Geschützplattform. Die Hawk wurde außerdem als neues Schiff vorgestellt, das auf die Kopfgeldjagd spezialisiert ist.

Update Dezember 2018: Die Hawk kann seit Update 3.4 im Spiel geflogen werden.

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Aber Star Citizen wäre nicht Star Citizen, wenn es nicht wieder für neue Kontroversen sorgen würde. Dabei war der eigentliche Vorgang nicht überraschend: Im Zuge neuer Details zur Housing-Mechanik, die mit der Pioneer auf der CitizenCon 2017 erstmals vorgestellt worden war, bot CIG nun Lizenzen für Grundstücke an. Das Prinzip dahinter ist einfach: Man kauft eine Lizenz und kann sich damit später – wenn das Feature für alle Spieler implementiert wird – ein Grundstück auf einem Planeten oder Mond sichern.

Welches Grundstück man wählt, hängt von der Gegend ab (nur im von der UEE geschützten Raum möglich, außerhalb kann man auch „wild“ siedeln, genießt dann aber keinen Schutz durch Polizeikräfte) und natürlich davon, was man sucht. Um beispielsweise einen guten Ort für Bergbau zu finden, muss zuvor erkundet, gescannt und gegebenenfalls sogar Bodenproben genommen werden. Hat der Spieler ein Grundstück gefunden, kann er die Signalbake (die mit dem Lizenzkauf kommt) aufstellen und dann im nächstgelegenen Büro der UEE den Besitz eintragen lassen.

Die Pioneer in Star Citizen kann als Konstruktionsplattform (hier am Boden aufgebaut) Außenposten zusammenbauen.

Mit den Lizenzen kauft ein Spieler also kein bestimmtes Grundstück, sondern das Recht irgendein Grundstück abzustecken. Niemand kann sich hiermit mehr als einen zeitlichen Vorteil erkaufen, diese Lizenzen gibt es auch im Spiel zu kaufen. Außerdem sind die Grundstücke, die mit Echtgeld gekauft werden können, pro Account mengenmäßig begrenzt. Das hinderte natürlich viele Medien nicht daran, mit reißerischen Artikelüberschriften den Verkauf von Grundstücken als neueste Masche zu beschreiben, um Unterstützern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Es war abzusehen, dass CIG weitere Möglichkeiten anbieten muss, damit Unterstützer weiter frisches Geld in die Kasse schießen. Irgendwann kommt eben der Punkt, an dem auch Großspender kein Raumschiff mehr brauchen – aber durchaus weiter finanziell unterstützen wollen. Betrachten wir die massive Größe des Universums und der Himmelskörper, stellt der Verkauf von Lizenzen für Grundstücke einen nachvollziehbaren Schritt dar. Die Aufregung darum habe ich persönlich nicht nachvollziehen können.

Dezember 2017: Update 3.0 veröffentlicht & Gameplay-Demo von Squadron 42

Der Dezember stellte sich nach der künstlichen Aufregung im digitalen Blätterwald des Vormonats als Krönung des Jahres für CIG heraus. Ich hatte selbst die Möglichkeit, Update 3.0 schon vor der Veröffentlichung auf dem Testserver zu spielen und muss ehrlich sagen, dass es trotz der signifikanten Performance-Probleme eine der besten Spielerfahrungen der letzten Jahre für mich war. Die Monde, die schiere Größe des Universums, die Außenposten und die neue Landezone Levski sind in puncto World-Building das Beste, was ich bisher in einem Spiel gesehen habe.

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Vor der Veröffentlichung von Update 3.0 für alle Unterstützer am 23.12.2017 gab es aber noch einen weiteren Meilenstein zu sehen – und zwar in doppeltem Sinn: Einerseits in der Entwicklung von Squadron 42, denn CIG präsentierte uns mit knapp einjähriger Verspätung einen einstündigen Querschnitt durch das Spieldesign. Die Demo war für mich persönlich aber auch inhaltlich ein Meilenstein: Es war Weltraum-Kino zum Anfassen. Selten habe ich eine Präsentation so gespannt verfolgt, wie die Vertical Slice-Demo zu Squadron 42.

Die ungeschönte Demo zeigte neben guten Schauspielern (unter anderem Liam Cunningham, Mark Hamill), Gameplay-Mechaniken und tolle Umgebungen aber auch diverse Schwächen. Dazu zählte die Performance, das Lighting an einigen Stellen und diverse Feinheiten. Ich gehe auf die positiven und negativen Erkenntnisse der Demo in meiner oben verlinkten Preview detailliert ein. Die Präsentation hat mich davon überzeugt, dass wir (irgendwann in den nächsten ein, zwei Jahren) ein hervorragendes Spiel bekommen werden.

Update Dezember 2018: Die neue Roadmap zu Squadron 42 zeigt den Release frühestens für Ende 2020 an.

Der Panzer Tumbril Nova ist ziemlich groß…

Im Rahmen der Demo wurde der Panzer Tumbril Nova als neues Fahrzeugkonzept angekündigt.

Einen Tag nach der Demo wurde Update 3.0 für alle Unterstützer verfügbar gemacht. Natürlich fiel zuerst die teils schlechte Performance auf, unter der das Update nach wie vor leidet. Chris Roberts ging kurz danach persönlich auf die Gründe für die Veröffentlichung und die teils extrem unterschiedlichen Performance-Erfahrungen der Spieler ein. Es wird definitiv noch einige Zeit dauern, bis Star Citizen Alpha 3.0 richtig rund läuft. Bis dahin könnten euch meine Tipps & Tricks zur Performance vielleicht weiterhelfen.

Ganz ohne Ärger lief aber auch der Dezember für CIG nicht ab. CryTek verklagte die Star Citizen-Macher wegen Vertragsbruchs und Urheberrechts-Verletzungen. Diverse Indizien weisen darauf hin, dass der in starker Schieflage befindliche Frankfurter Entwickler auf Geld aus ist und eine außergerichtliche Einigung anstrebt. Allerdings sind die Inhalte des Vertrags zwischen CIG und CryTek nicht bekannt. Deshalb lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt (und auch eingedenk des amerikanischen Rechtssystems) keine wirkliche Prognose über den Ausgang dieses Streits vornehmen.

Update Dezember 2018: Die Klage wurde zu großen Teilen abgewiesen.

Star Citizen 2017: Mein Fazit

Es war ein spannendes Jahr, vor allem der Jahres-Endspurt hatte es wirklich in sich. CIG hat das Versprechen von Update 3.0 im Jahre 2017 gehalten, allerdings bleibt noch sehr viel zu tun. Unterstützer werden auch 2018 einen langen Atem brauchen, denn CIG hat unter anderem bei der Performance wahre Herkules-Aufgaben zu bewältigen. Immerhin sind Updates jetzt in einem vierteljährlichen Rhythmus geplant, darunter sollen sich in nächster Zeit vor allem Performance-Verbesserungen befinden.

Mit dem Kampfschiff Sabre Comet fliegen wir im kürzlich veröffentlichten Update 3.0 auf den Planetoiden Delamar zu.

Zu Squadron 42 erhalten wir ab Januar monatliche Info-Updates über die Fortschritte. Persönlich rechne ich frühestens Ende 2019 (CitizenCon oder zu Weihnachten) mit einer Veröffentlichung. Ich glaube aber auch, dass sich die Wartezeit lohnen wird.

Für 2018 wünsche ich uns allen vor allem Geduld, Besonnenheit und weniger Hass in Verbindung mit Star Citizen. Die toxische Atmosphäre in Kommentaren anderer Gaming-Seiten und -Foren hat 2017 ein bisher ungekanntes Ausmaß angenommen. Wir brauchen von so einem Dreck nicht noch mehr, egal von welcher Seite es ausgeht. Freuen wir uns stattdessen auf die Fortschritte, die Star Citizen machen wird. SPACE4GAMES wird ausführlich darüber berichten.

Über den Autor

Chefredakteur SPACE4GAMES. Hat die Baldur's Gate-Saga 7 Mal durchgespielt. Bekennender "Life is Strange"-Fanboy. Gelegentlich Youtube-Täter auf Game.Play.Me.

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