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Star Citizen: Neue Questgeber & Crytek will totale Offenlegung

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Star Citizen: Neue Questgeber & Crytek will totale Offenlegung

Diese Woche gab es viele kleine Infohäppchen für die Unterstützer von Star Citizen. Und auch im Rechtsstreit zwischen Cloud Imperium Games und Crytek gab es eine neue Entwicklung.

Star Citizen bringt regelmäßig jede Menge Info-Shows unter die Leute: Around the Verse, Calling all Devs, Bugsmashers, Reverse the Verse und diverse andere regelmäßige Formate überschütten die Unterstützer mit detaillierten Einblicken in die Entwicklungsarbeit. Das ist ein Vorgang, der in der Branche seinesgleichen sucht.

Allerdings führt das auch immer mal wieder zu kürzeren oder oberflächlicheren Shows, wie dem aktuellen Around the Verse-Video, dass sich auf das Studioupdate aus Los Angeles konzentriert. Darin bekommen wir zwar wieder einen Haufen Infos darüber, was die Entwickler bei Cloud Imperium Games (CIG) gerade anstellen, aber es ist diesmal ziemlich knapp gehalten. Immerhin: Der Monatsreport auf der offiziellen Seite bietet eine Fülle von Lesestoff über die Fortschritte im Februar.

Schiffe, Performance und Planeten

An der Schiffsfront vermelden die Entwickler, dass das Bodenfahrzeug Tumbril Cyclone in der finalen Phase angekommen und in Kürze spieltauglich ist. Der Buggy soll mit Update 3.1 Ende März erscheinen und wir sollen damit über die Mondoberflächen heizen können. Auch das Erkundungsschiff Terrapin ist geplant, hier wird derzeit an weiteren Animationen gearbeitet.

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In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass CIG nicht versucht, in Performancefragen auf eine einzige „Zauber-Lösung“ zu setzen, sondern schon bei der Entwicklung von Schiffen darauf achtet, in vielen kleinen Details Verbesserungen vorzunehmen, die sich positiv auf die Leistung auswirken sollen.

Übrigens: In der nächsten Woche wird es in der Reverse the Verse-Show (immer freitags auf Twitch) um Netzwerk und Performance gehen. Wir sind gespannt, welche neuen Einblicke wir dort zu Network Bind Culling und Object Container Streaming erhalten werden.

Gleichzeitig werden die bereits vorhandenen Monde und Stationen visuell überarbeitet. Ein Bild des Mondes Yela zeigt eine deutliche grafische Verbesserung der Oberfläche des Eismondes. Die Ergebnisse der Überarbeitung sollen wir in Update 3.1 bekommen.

Der Mond Yela und die anderen Himmelskörper erhalten im nächsten Update grafische Verbesserungen.

Charaktereditor & Squadron 42

Die Charakter-Individualisierung ist in ihrer ersten Iteration (Gesicht, Haare, Augen und die jeweiligen Farben) so gut wie fertig und bereits in der sogenannten „Polishing“-Phase, in der die Feinarbeiten für den kommenden Release in 3.1 vorgenommen werden. Wir werden also bald unsere eigenen Charaktere erstellen können. Zusätzlich arbeitet CIG an einer Port Olisar-Kollektion, die Kleidung und Ausrüstung beinhaltet.

Auf Squadron 42 wird im Monatsreport auch eingegangen, allerdings nur oberflächlich: Jegliche Spoiler sollen vermieden werden. Immerhin wissen wir, dass Squadron 42 als Open World angelegt ist und neben der linearen Hauptgeschichte einiges an Inhalten außerhalb der Reihe bieten wird. Die sogenannte Cloud Tech haben wir bereits in einem ausführlichen Artikel behandelt, die Arbeit daran kommt in Foundry 42 Frankfurt offenbar gut voran.

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Außerdem arbeiten die Entwickler an weiteren Cinematics, die unter anderem das Großkampfschiff Aegis Javelin einschließen, aber auch diverse Innenbereiche, die mit der Alienrasse Vanduul zu tun haben. Für die Aliens wurde übrigens ein eigenes „Facial Rig“ entworfen (eine Software-Struktur der Gesichtsbeschaffenheit), das es ermöglicht, die Gesichtsbewegungen eines Schauspielers beim Motion Capturing auf die Alien-Visage umzusetzen.

Neue Questgeber für die Star Citizen-Alpha

Aber nicht nur in Squadron 42 wird es Missionen geben. Schon jetzt sind Miles Eckhart und Ruto als Questgeber in der Alpha 3.0 vorhanden. Das soll natürlich ausgebaut werden. Daher arbeitet CIG bereits an drei weiteren speziellen Charakteren.

Miles Eckhart ist ein Questgeber in der Alpha von Star Citizen. Er ist in der Bar in Levski zu finden.

Auf der Gesetzlosen-Station Grim Hex sollen wir Luca Brunt finden, der Raumschiffrennen organisiert und Wetten annimmt. Wallace Klim betreibt in den Tunnels von Levski einen Laden für chemische Substanzen, Medikamente und… Drogen? Ebenfalls in Levski wird Recco Battaglia beheimatet sein, der uns Aufgaben rund um den Bergbau geben wird. Am Mining-Feature wird bereits gearbeitet, es ist für Update 3.2 Ende Juni geplant.

Crytek legt im Rechtsstreit gegen CIG nach

So eine Art Mining betreibt auch Engine-Hersteller Crytek mit seinem ziemlich undurchsichtigen Prozess gegen Cloud Imperium Games. Die schwammige Anklageschrift lässt sich auch für Experten kaum einordnen: Klagt Crytek auf Urheberrechtsverletzung oder Vertragsbruch? Beides geht laut Anwälten eigentlich nicht. Darüber hinaus geht Crytek davon aus, das CIG verpflichtet sei, die Cryengine zu benutzen – und zwar ausschließlich.

Crytek hat CIG wegen Vertragsbruchs und Urheberrechtsverletzung verklagt.

Was bei Anwälten und Laien gleichermaßen für Stirnrunzeln sorgt, scheint in der Lizenzvereinbarung zwischen den beiden Parteien wohl nicht ausreichend genau ausgearbeitet worden zu sein. Eine Richterin beschäftigt sich derzeit mit CIGs Antrag auf Abweisung der Klage. Doch das hinderte Crytek nicht daran, eine weitere Eingabe in dieser Woche zu machen.

Crytek beantragt völlige Offenlegung seitens CIG

Jetzt hat Crytek einen Offenlegungsantrag eingereicht. CIG soll bis Sommer 2019 (!) folgende Informationen an Crytek übermitteln:

  • Alles, was mit den Produkten Star Citizen und Squadron 42 zu tun hat
  • Das gesamte Marketing-Material für beide Produkte
  • Infos über alle Einnahmen und Profite, die CIG bisher erzielt hat
  • Alles, was die Arbeit von CIG mit der Cryengine beinhaltet
  • Verträge und interne Kommunikation von CIG (inklusive Memos, Emails etc.)
  • Offenlegung der Firmenstruktur (Inhaber, Teilhaber, Management etc.)
  • Die komplette Kommunikation zwischen CIG und den Unterstützern (den Kunden)
  • Operative Verträge zwischen Crytek und CIG
  • Technologien, die von Crytek an CIG übergeben wurden

Hinweis: Die folgenden Ausführungen sind ausschließlich Laien-Einschätzungen und müssen aufgrund ungenügender Rechtskenntnis des Autors mit Vorsicht und als persönliche Meinung angesehen werden.

Was will Crytek wirklich?

Kurz: Crytek möchte, dass das Gericht CIG auffordert, Crytek einfach alles offenzulegen. Während es ziemlich fragwürdig erscheint, warum Crytek sogar die Verträge zwischen Crytek und CIG anfordert (sollten sie die nicht selbst besitzen?), erscheint diese Anfrage dem Laien als Fischzug im Trüben. Warum wollen sie wissen, wer welche Positionen bei CIG innehat? Was hat das mit der Klage zu tun?

Crytek scheint sich bewusst zu sein, dass sie wenig in der Hand haben. Sie wollen nun scheinbar zweierlei versuchen: In den verlangten Dokumenten etwas finden, das ihre Klage untermauert, oder – was schon früher mehrfach als wahres Ziel vermutet wurde – den Quellcode der Lumberyard-Engine zu bekommen, die CIG verwendet.

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Darin befinden sich CIGs technologischen Errungenschaften der letzten Jahre: 64-Bit-Technologie, Planeten-Technik, Objekt-Container und vieles mehr. Damit könnte Crytek seine immer weniger populäre Engine wieder aufpeppen – zumindest theoretisch.

Vergleich nicht gewünscht?

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Crytek CIG mit diesem Antrag auf vollständige Offenlegung zu einem Vergleich zwingen will. Allerdings soll CIG wohl schon angefragt haben, was Crytek eigentlich will – die Kläger haben darauf nicht reagiert bzw. keine Angaben dazu gemacht. Das erhärtet den Verdacht, dass Crytek keine echte Grundlage für seine Klage hat und eigentlich nur auf die Offenlegung des Quellcodes aus ist, um das eigene, stark in Schieflage befindliche Geschäft zu retten.

Aber was dort auch immer in Wahrheit vorgeht, wie werden uns gedulden müssen, bis das Gericht über die Anträge entscheidet. Vorher bleibt alles ziemliche Spekulation und kann sich letzten Endes ganz anders darstellen, als es ursprünglich aussah. Bis dahin könnt ihr euch mit Infos zu Story, Koop-Modus und Lokalisierung in Squadron 42 die Zeit vertreiben. Mit unserem Artikel zur Roadmap für Star Citizen seid ihr zusätzlich immer up to date. Oder ihr schaut mal nach, was andere Weltraumspiele zu bieten haben.

Update Dezember 2018: Das Gericht hat dem Antrag auf Klageabweisung seitens CIG in großen Teilen stattgegeben.

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Über den Autor

Chefredakteur SPACE4GAMES. Hat die Baldur's Gate-Saga 7 Mal durchgespielt. Bekennender "Life is Strange"-Fanboy. Gelegentlich Youtube-Täter auf Game.Play.Me.

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