Lego bringt den Sega Mega Drive als Klemmbaustein-Set zurück. Doch das wird dem Original nicht gerecht.
Das Lego-Set zum Sega Mega Drive erscheint am 1. Juni 2026, besteht aus 479 Teilen und bildet die bekannte 16-Bit-Konsole samt Modul und zwei Controllern nach. Ihr könnt das Modul mit Sonic und Tails sogar herausziehen und es gibt ein kleines Easter Egg: Unter dem Einschub versteckt sich noch ein großes Portrait von Sonic. Der Preis liegt laut Lego bei rund 40 Euro, und spätestens jetzt solltet ihr stutzig werden.
In einem vollbepackten Sammlerregal dürfte das Modell schnell untergehen, denn Lego macht aus dem Mega Drive ein Mini Drive: 4 cm hoch, 16 cm breit und 12 cm tief. Immerhin: Ihr könnt euch entscheiden, ob ihr die Konsole als Mega Drive oder Genesis baut, je nachdem, welche Version ihr cooler findet.
Symbol der 90er
Der Mega Drive selbst kam Ende der 80er auf den Markt, zuerst in Japan, später in den USA und Europa. Der unterschiedliche Name hatte ganz banale Gründe, denn in Nordamerika war „Mega Drive“ als Markenname schlicht schon vergeben. Technisch ging Sega damals einen großen Schritt. Der verbaute 16-Bit-Prozessor sorgte dafür, dass die Spiele schneller liefen, mehr auf dem Bildschirm passierte und die Spielerfahrung der von den beliebten Arcade-Automaten ähnlicher wurde. Das war sofort spürbar, gerade wenn man vorher nur 8-Bit kannte.
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Richtig spannend wurde es aber beim Image. Sega wollte nicht brav wirken wie Nintendo, sondern frecher, lauter und ein bisschen rebellisch. Die Werbung zielte bewusst auf Teenager. Und ja, das hat funktioniert. In den frühen 90ern war der Mega Drive vor allem in den USA plötzlich ganz vorn mit dabei. Der heute ikonische Igel Sonic spielte dabei eine riesige Rolle. Die Figur war schnell, bunt und versprühte den „coolen“ Vibe, den Sega transportieren wollte.
Und genau hier kommt für mich der kleine Dämpfer beim Lego-Set.
Sega und Nintendo bei Lego nicht auf Augenhöhe
Ich liebe diese Zeit! Die 16-Bit-Wars gehören für mich zu den spannendsten Kapiteln der Gaming-Geschichte. Sega gegen Nintendo, Sonic gegen Mario, Rebellion gegen Tradition. Die komplett unterschiedlichen Ansätze beider Firmen haben die Gaming-Kultur geprägt, wie kaum eine Generation vor oder nach ihnen.
Aber wenn ich mir das als Lego-Set in meinem Regal vorstelle, fehlt der Gegenpol: Derzeit hat Lego noch keinen Super Nintendo im Programm. Klar, das lässt sich schnell ändern, und ich bin mir sicher, Lego erweitert die Serie noch um ein SNES. Aber ich fürchte nicht so, wie ich mir das vorstellen würde. Das NES hat Lego damals als großes, detailreiches Modell umgesetzt. Beim Mega Drive geht man jetzt den Mini-Weg. Gerade bei so einer ikonischen Konsole, hätte ich mir mehr gewünscht.
Und jetzt steht die Frage im Raum, wie Lego das weiterdenkt. Kommt der Super Nintendo auch in dieser Form? Eine Mini-Version würde dieser Konsole definitiv nicht gerecht werden. Kommt allerdings ein größeres Set, wirkt der Mega Drive daneben plötzlich wie ein Anhängsel. Beides irgendwie nicht ideal.
Unabhängig davon, ob man sich eher zu Team Mario oder Team Sonic zählt: Der Mega Drive ist und bleibt ein prägendes Stück Gaming-Geschichte und ich finde es großartig, dass Lego sein Vermächtnis mit diesem Set würdigt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie beim Umfang mutiger gewesen wären und die 16 Bit Wars von vornherein mitgedacht hätten.










