Onimusha: Way of the Sword liefert solide Samurai-Action mit einem ordentlichen Werkzeugkasten an Kampfoptionen. Nur nutzt sich der schneller ab, als mir lieb war.
Gleich mal vorweg: Die Onimusha-Reihe ist komplett an mir vorbeigegangen. Ich messe Onimusha: Way of the Sword also nicht an seinen Vorgängern, sondern daran, ob es heute Spaß macht. Völlig ohne Nostalgiebrille.
Ihr spielt Miyamoto Musashi und schlagt euch durch ein Kyoto, in dem die Genma ihr Unwesen treiben. Was ihr in diesem Kyoto vor allem tut, ist Kämpfen, und genau da wird es interessant. Onimusha gibt euch deutlich mehr an die Hand als Block und Ausweichrolle, nämlich eine ganze Reihe von Reaktionen mit unterschiedlich engen Zeitfenstern.
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Blockt ihr unmittelbar vor dem Schlag, lenkt ihr den Angriff ab und macht den Gegner verwundbar. Pariert ihr, zerrt das an seiner Ausdauer. Das funktioniert sogar gegen Pfeile. Wer im letzten Moment ausweicht und kontert, landet einen Issen, den tödlichen Konter mit dem engsten Fenster von allen.

Ist die Ausdauer eines Gegners leer, folgt der Bruch-Issen als Finisher. Bei Bossen visiert ihr dabei einzelne Körperbereiche an: Rot bedeutet mehr Schaden, Lila mehr Seelen für euren Oni-Handschuh. Daraus zieht ihr eure Verbesserungen, dazu kommen Oni-Sicht, Oni-Stärke und Oni-Waffen wie Sturmbringer oder Erd-Erschütterer.
- Kleiner Hinweis, falls ihr englische Guides lest: Das dortige „Parrying“ heißt hier „Ablenken von Angriffen“, das englische „Deflecting“ ist unser „Parieren“. Die Begriffe sind vertauscht.
Auf dem Papier liest sich das komplex. In der Praxis greife ich nach ein paar Stunden immer wieder zu denselben zwei, drei Antworten, weil das Spiel die anderen kaum einfordert. Die Kämpfe werden dadurch schneller gleichförmig, als es dieses System verdient hätte. Auch die Finisher tragen ihren Teil dazu bei: Beim ersten Mal ist so ein Issen eine Ansage, beim zwanzigsten unterbricht die Animation nur noch den Fluss.
Abseits der Kämpfe zu wenig
Versteht mich nicht falsch. Der Kampf macht Spaß, und die Bosse im höheren Schwierigkeitsgrad haben ordentlich Biss. Hier müsst ihr verstehen, was das System von euch will. Einfach durchprügeln geht nicht. Nur dazwischen bleibt weniger übrig, als ich mir bei den Optionen gewünscht hätte.
Weniger schön ist auch die Gegnerauswahl. Fliegende Köpfe, Stachelviecher und Fußsoldaten in vier bis sechs Ausführungen begleiten euch quer durch die Gebiete. Neue Bekanntschaften wie Nue bleiben die Ausnahme, und zusammen mit den immer gleichen Kampfantworten fällt das doppelt auf.

Die Story plätschert für mich als Serienneuling etwas vor sich hin. Auch dort, wo das Spiel offensichtlich auf einen Effekt hinarbeitet, sehe ich ihn lange vorher kommen. Optisch wirkt das Ganze zwar stellenweise etwas altbacken, technisch dagegen gibt es nichts zu meckern: stabile Performance auf dem PC, keine Bugs, kurze Ladezeiten.
Räumen wir zum Schluss noch mit einem Eindruck auf, der sich in der bisherigen Berichterstattung festgesetzt hat: Von einer offenen Welt kann in Onimusha: Way of the Sword keine Rede sein. Die Karten sind sehr geführt, ihr lauft im Grunde von A nach B. Einzig Kyoto öffnet sich etwas und dient als Hub für Nebenquests. Wer alles mitnehmen will, läuft dabei auch alte Gebiete noch einmal ab.
Wertung
- 2 von 3 Punkten – eingeschränkte Empfehlung
Fazit: Solide Kost für Genre-Fans und Fans der Reihe mit ein paar richtig guten Bosskämpfen. Wer klassische Action mag und Freude an Timing und Kontern hat, bekommt ein sauber gebautes Spiel. Wer Abwechslung erwartet, sollte wissen, worauf er sich einlässt.
Pro
- Viele Verteidigungsoptionen von Ablenken über Parieren bis zum Issen
- Bosskämpfe im höheren Schwierigkeitsgrad angenehm fordernd
- Bruch-Issen mit anwählbaren Körperbereichen bei Bossen
- Gute Portion Humor
- Stabile Performance, keine Bugs, kurze Ladezeiten
Contra
- Kampfoptionen nutzen sich schnell ab, weil das Spiel sie kaum einfordert
- Issen-Finisher werden auf Dauer anstrengend
- Gegner wiederholen sich deutlich
- Optik altbacken, Story vorhersehbar
Geeignet für
- Fans der Onimusha-Reihe
- Alle, die klassische Actionspiele mögen
- Alle, die Freude an Timing, Kontern und harten Bossen haben
Weniger geeignet für
- Open-World-Fans
- Alle, die tiefe RPG-Systeme und Charakterbau suchen
- Alle, die ein Souls-like erwarten
Fakten & Trailer
| Spiel | Onimusha: Way of the Sword |
| Publisher | Capcom |
| Developer | Capcom |
| Genre | Action-Adventure |
| Getestet für | PC, Steam |
| Erhältlich für | PlayStation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2, PC |
| USK | 18 |
| Release | 04.09.2026 |
| Preis | 69.99€ |









