Ich habe Onimusha: Way of the Sword auf dem schwereren Grad angefangen, bin bis Rasho Gan gekommen und dann gewechselt. In diesem Guide steht, was der Unterschied in der Praxis wirklich bedeutet.
Von den beiden Modusnamen über die Frage, wie hart „Action“ tatsächlich ist, bis zu einem Menüpunkt, mit dem ihr die Schwierigkeit selbst nachjustieren könnt: Hier findet ihr alles, was ihr vor dem ersten Schwertstreich wissen solltet.
Welche Schwierigkeitsgrade gibt es in Onimusha: Way of the Sword?
Zu Beginn genau zwei, und das Spiel schreibt euch die Empfehlung direkt auf den Auswahlbildschirm. Geschichte (Einfach) ist laut Capcom „der Schwierigkeitsgrad für jene, die sich auf die spannende Geschichte konzentrieren möchten und daher auch unerfahrenen Action-Spielern empfohlen“. Action (Mittel) richtet sich an alle, „die auf der Suche nach herausfordernden Kämpfen sind“, und wird ausdrücklich nur erfahrenen Action-Spielern nahegelegt.
Interessanter als die Namen sind die Klammern dahinter. Der schwerere der beiden Grade heißt im Spiel nicht „Schwer“, sondern „Mittel“. Onimusha bietet euch also gar keinen hohen Schwierigkeitsgrad an, und das erklärt einen guten Teil der Debatte, die seit der Demo läuft. Wer ein Sekiro erwartet hat, sucht hier eine Stufe, die es nicht gibt.
- Hinweis: Im Modus Geschichte stellt das Spiel die Aktionsvorschläge fest auf „Ein“. Ihr bekommt also eingeblendet, wann welche Taste dran ist. Wer die Demo in diesem Modus gespielt hat, wurde an die Hand genommen, ohne es unbedingt zu merken. Das allein macht schon einen spürbaren Teil des „zu leicht“-Eindrucks aus.

Wie schwer ist „Action“ wirklich?
Die normalen Gefechte sind auch dort zu bewältigen, wenn ihr ein Gespür für die Zeitfenster beim Ablenken von Angriffen (Parrying) und beim Parieren (Deflect) entwickelt. Ihr rennt nicht ständig gegen eine Wand, ihr müsst nur verstehen, was das System von euch will. Durchprügeln funktioniert nicht, dafür sind die Ausdauerbalken der Gegner zu wichtig.
Die Bosse sind die andere Geschichte. Sie fordern euch, und bei Rasho Gan war für mich Schluss. Nicht, weil der Kampf unmöglich gewesen wäre, sondern weil noch etliche Anläufe vor mir gelegen hätten und ich die Zeit an dem Abend schlicht nicht hatte. Genau an der Stelle habe ich runtergestellt und danach weitergespielt.
Und wie leicht ist „Geschichte“ dann?
Hier liegt die Demo-Debatte daneben, und das ist der Punkt, an dem ich meine eigene Erfahrung gegen den Netz-Konsens stelle. Ich bin nach dem Wechsel nicht durchmarschiert. Ein späterer Boss hat mich auch auf dem leichteren Grad noch drei Versuche gekostet. Die normalen Genma fallen schneller, keine Frage, und ihr steckt deutlich mehr ein, bevor es kritisch wird. Aber die Bosse bleiben Bosse.
Die ehrliche Antwort auf „Onimusha ist zu leicht“ lautet also: auf keinem der beiden Grade ist das Spiel ein Durchlauf. Der Unterschied liegt weniger darin, ob euch ein Boss aufhält, sondern wie lange.
So wechselt ihr den Schwierigkeitsgrad jederzeit
Gewechselt wird am Spiegelschrein (Spirit Mirror), also an denselben Punkten, an denen ihr auch speichert, reist und aufwertet. Dort findet ihr im Menü den Eintrag Schwierigkeitsgrad, und darunter steht als Beschreibung „Ändere den Schwierigkeitsgrad deines Abenteuers“.
Das Spiel macht euch die Entscheidung dabei ausdrücklich leicht. Auf dem Auswahlbildschirm steht wörtlich: „Du kannst den Schwierigkeitsgrad beliebig oft und ohne negative Konsequenzen ändern.“ Es gibt also keine gesperrten Trophäen, keine reduzierten Belohnungen und keinen Malus, wenn ihr an einer harten Stelle runterschaltet.
- Hinweis: Sucht den Eintrag nicht an einer festen Position in der Liste. Das Schreinmenü wächst im Lauf des Spiels mit, weil Punkte wie der Hozuki-Beutel erst später dazukommen. Der Schwierigkeitsgrad rutscht dadurch nach unten, je weiter ihr seid.

Aktionsvorschläge: der versteckte Regler
Das ist die Einstellung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie mehr verändert als der Moduswechsel selbst. Die Aktionsvorschläge blenden euch im Kampf ein, welche Taste gerade gefragt ist. Ihr könnt sie in den Optionen abschalten, und zwar unabhängig davon, welchen Schwierigkeitsgrad ihr gewählt habt.
Standardmäßig sind sie in beiden Modi aktiv, also auch auf Action. Wenn ihr das Kampfsystem wirklich lernen wollt, schaltet sie ab: Ihr achtet dann auf die Animation des Gegners statt auf ein Symbol am Bildschirmrand, und genau darauf ist Onimusha ausgelegt. Umgekehrt könnt ihr auf Action spielen und die Vorschläge anlassen, wenn euch die Kämpfe zu unübersichtlich werden. Damit habt ihr faktisch vier Abstufungen statt zwei.
Hinweis: Wechselt ihr auf Geschichte, schaltet das Spiel die Aktionsvorschläge automatisch wieder auf „Ein“, auch wenn ihr sie vorher ausgeschaltet hattet. Prüft die Einstellung nach jedem Moduswechsel, sonst holt ihr euch die Hinweise ungewollt zurück.
Welcher Schwierigkeitsgrad passt zu mir?
Startet auf Action, wenn ihr schon Sekiro, Nioh oder ein Souls-like hinter euch habt. Auf Geschichte langweilt ihr euch, und die eingeblendeten Tastenhinweise nehmen dem Kontersystem genau den Reiz, für den es gebaut wurde.
Startet auf Geschichte, wenn ihr wenig Zeit habt oder in erster Linie wegen Kyoto und der Inszenierung da seid. Das ist keine schlechtere Art, Onimusha zu spielen, und geschenkt bekommt ihr die Bosse wie gesagt auch dort nicht.
Wenn ihr unsicher seid, fangt auf Action an. Der Wechsel kostet euch nichts und ist an jedem Spiegelschrein zwei Menüpunkte entfernt. Andersherum verpasst ihr das, was dieses Kampfsystem eigentlich kann, und merkt es womöglich nicht einmal.
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