Hintergrund

Medal of Honor: Aufstieg, Fall und (VR-)Wiedergeburt

Soldaten in Medal of Honor: Above and Beyond vor einem Flugzeug

Einst einer der einflussreichsten Shooter auf dem Markt, verschwand Medal of Honor 2012 von der Bildfläche. Die Geschichte vom Aufstieg, Fall und der VR-Wiedergeburt einer legendären Marke.

Die Geschichte von Medal of Honor beginnt im November 1997: Steven Spielbergs Film „Der Soldat James Ryan“ befindet sich in der Post-Produktion und der Star-Regisseur schlägt, inspiriert von der Begeisterung seines Sohns für den N64-Shooter GoldenEye, den Mitarbeitern des Entwicklerstudios Dreamworks Interactive ein neues Projekt vor.

Spielberg möchte sein Interesse für den zweiten Weltkrieg mit einem Publikum teilen, das noch zu jung für seinen Antikriegsfilm ist und sieht Videospiele als gute Möglichkeit. Die Idee: Ein Story-basierter Shooter im zweiten Weltkrieg, benannt nach der höchsten militärischen Auszeichnung der USA, der Medal of Honor.

Nachdem ein erster Prototyp die Studioführung davon überzeugt, dass es in einem von Science-Fiction-Spielen wie Quake, Doom, Unreal oder Half-Life dominierten Shooter-Markt Platz für einen Weltkriegstitel gibt, beginnt die Entwicklung.

Das Spiel wird kein lizenziertes Hollywood-Produkt und teilt sich keine Story-Elemente mit Spielbergs Film, aber es soll seinen Stil und Tonalität wiedergeben. Der Regisseur schickt daher Captain Dale Dye, einen ehemaligen US-Marine zu den Entwicklern. Dye war zuvor militärischer Berater für Spielberg.

Medal of Honor: Spielberg macht das Projekt beinahe platt

Veteran Dye ist wenig begeistert von der Idee. Er bezeichnet das Projekt als „ausbeuterische und unverantwortliche Sache“. Doch das Team um Spielberg überzeugt Dye davon, dass ihnen historische Genauigkeit und der Bildungsaspekt wichtig sind. Dye veranstaltet ein spontanes Bootcamp für die Entwickler und wird Berater für das Projekt.

Medal of Honor wird für die PlayStation 1 entwickelt und ist einer der ersten Shooter für den DualShock-Controller, der erste Game-Controller mit zwei Analogsticks. Der Shooter bringt die Konsole an ihre Grenze: „Wir konnten nicht einmal Tageslicht zeigen, also ist jedes Level eine Nachtmission“, erinnert sich Art Director Matt Hall. „Gegner hatten maximal 250 Polygone und unser Animationssystem verbrannte das Speicherbudget von zwei Megabyte Speicher.“

Im Herbst 1998 – das Spiel ist fast fertig – bekommt Dreamworks Interactive Post. Vietnam-Veteran Paul Bucha, Vorsitzender der Congressional Medal of Honor Society und selbst Träger der Auszeichnung, fordert in einem Brief an das Studio die Einstellung des Projekts.

Spielberg und Dreamworks Interactive laden Bucha zu einem Gespräch ein. Peter Hirschmann, Autor und Produzent berichtet: „Es war intensiv. Er wusste nichts über das Spiel, aber er machte seinen Punkt klar: Wenn es um die Medal of Honor geht, sei das eine ernste und heilige Sache, daraus mache man kein Videospiel“, erinnert sich Hirschmann.

Dreamworks hatte bereits Millionen US-Dollar in die Entwicklung und Produktion gesteckt, doch Spielberg ist nach der Kritik bereit, das komplette Projekt einzustampfen. Hirschmann lädt Bucha jedoch erneut ein, zeigt ihm das Spiel und spricht über die Motivation hinter dem Titel. Bucha ändert seine Meinung und unterstützt das Spiel anschließend.

Medal of Honor und Medal of Honor: Underground – Die Geburt einer Marke

1999 erscheint Medal of Honor und ist ein voller Erfolg: Die Geschichte eines fiktionalen Soldaten, der für das Office of Strategic Services (OSS), dem Vorläufer der CIA, arbeitet, kommt gut an. Das Spiel erhält gute Kritiken und zeigt, dass Videospiele durchaus als Medium für Geschichtenerzähler wie Spielberg dienen können.

Im Oktober 2000, nur ein Jahr später, erscheint der Nachfolger Medal of Honor: Underground, in dem der Spieler für den französischen Widerstand kämpft. Zwar kann der neue Titel nicht ganz an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen, etabliert aber die Marke „Medal of Honor“ auf dem umkämpften Shooter-Markt.

Im gleichen Jahr kauft Publisher Electronic Arts Dreamworks Interactive auf und benennt das Studio in EA Los Angeles um. Das Team beginnt mit den Arbeiten an einem Titel für die nächste Konsolengeneration.

Medal of Honor: Allied Assault gründet ein Genre

Im Mai 2000 wendet sich Spielberg derweil an das Studio 2015 Inc. Die Entwickler sollen Medal of Honor für den PC umsetzen.

2002 erscheint das PC-exklusive Projekt unter dem Namen Medal of Honor: Allied Assault. Der legendäre Titel begründet quasi das Genre der Weltkriegs-Shooter auf dem PC und legt ein Grundgerüst aus Story und Gameplay, das auf Jahre hinaus das Genre bestimmt und Videospiele als Story-Vehikel legitimiert.

Allied Assault bringt einen Mix aus Blockbuster-Momenten auf den Bildschirm, etwa die Landung am Omaha Beach sowie Schleichmissionen, in denen beispielsweise eine U-Boot-Basis infiltriert werden muss. Ein komplett ausgebauter Multiplayer-Modus, der von Hardcore-Fans bis heute gespielt wird, kam noch obendrauf. 2002 und 2003 erweitern die Addons „Spearhead“ und „Breakthrough“ den Shooter.

Schwächephase auf PlayStation und XBox

EA Los Angeles entwickelt parallel Medal of Honor: Frontlines für PlayStation 2 und Xbox. Auch dieses Sequel, das 2002 in die Läden kommt, gilt als Erfolg. Doch es zeichnet sich ein großes Problem ab: Neben einer Story wird Multiplayer für die Langlebigkeit von Videospielen immer wichtiger. Für den damit zusammenhängenden Trend zeichnet die Konkurrenz maßgeblich verantwortlich: Ebenfalls 2002 erscheint Battlefield 1942 von Entwickler DICE. Interessantes Detail: Publisher ist auch hier Electronic Arts.

2003 veröffentlicht EA Medal of Honor: Rising Sun für Konsolen. Erstmals bleibt ein Spiel der Reihe hinter den Erwartungen zurück. Neue Ideen müssen her, sonst gehört die Shooter-Krone schon bald einem anderen.

Der “Medal of Honor“ – Killer

Einige Mitarbeiter von 2015 Inc. verlassen nach dem Release von Medal of Honor: Allied Assault das Studio. Darunter sind Jason West und Vince Zampella, die gemeinsam Infinity Ward gründen. Insgesamt 22 ehemalige Allied-Assault-Entwickler schließen sich dem neuen Studio an und starten mit der Entwicklung eines eigenen Medal of Honor-Ablegers. Doch schon bald darauf entschließt sich EA die Marke nur noch mit internen Entwicklerstudios weiterzuführen. Infinity Ward droht die Pleite, noch vor Veröffentlichung eines ersten Spiels.

West und Zampella begeben sich auf die Suche nach neuen Investoren – und haben tatsächlich Erfolg: Publisher Activision übernimmt 30 Prozent von Infinity Ward und finanziert damit die Entwicklung eines neuen Weltkriegs-Shooters. Interner Arbeitstitel: „Medal of Honor Killer“.

Im Oktober 2003 veröffentlicht Infinity Ward Call of Duty. Der Shooter wird über Nacht zum Multiplayer-Phänomen und macht eine ganze Reihe von Spielmechaniken, beispielsweise Zielen über Kimme und Korn sowie Kill-Cams, zum Standard.

Aus den Wurzeln von Medal of Honor entsteht so das erfolgreichste in den USA gegründete Videospiel-Franchise. Einen Tag nach Release übernimmt Activision auch die anderen 70 Prozent Anteile an Infinity Ward. 2005 folgt Call of Duty 2, 2006 das konsolenexklusive Call of Duty 3.

Der Pazifik soll Medal of Honor retten

Der Erfolg der Call-of-Duty-Reihe setzt Electronic Arts unter Zugzwang. EA Los Angeles versucht deshalb 2004 mit Medal of Honor: Pacific Assault an alte Erfolge anzuknüpfen: Moderne Grafik, explosives Gameplay, CoD-Features wie Squad-basierte Kämpfe und ein unverbrauchtes Setting sollen die Serie nicht nur wiederbeleben sondern den Shooter-Thron zurückerobern.

Doch der Titel ist voller Bugs und erfüllt die Erwartungen der Spieler nicht. Außerdem hat er starke Konkurrenz: 2004 erscheinen legendäre Shooter wie Half-Life 2 und Doom 3. Auch der featurestarke Multiplayer hat hochkarätige Konkurrenz: Im gleichen Jahr kommen Star Wars: Battlefront und Battlefield: Vietnam auf den Markt. Call of Duty wird derweil immer noch gespielt.

Medal of Honor: Pacific Assault ersäuft im Pazifik: Die Server sind nach wenigen Wochen leer.

EA gibt sich aber noch nicht geschlagen. 2005 veröffentlicht der Publisher Medal of Honor: European Assault. Eine offenere Spielwelt soll die Gunst der Shooter-Fans zurückgewinnen. Der Verzicht auf große Story-Momente und der Mangel echter Multiplayer-Elemente bricht dem verzweifelten Rettungsversuch das Genick. Gegen die übermächtige Konkurrenz von Battlefield 2, Star Wars: Battlefront 2 und vor allem Call of Duty 2 sieht die Medal of Honor kein Land mehr.

2006 erscheint nur noch ein Medal of Honor-Titel für Sonys Handheld PSP. Medal of Honor: Heroes. Call of Duty 3 wird derweil von Treyarch veröffentlicht und verkauft sich bestens auf Konsolen. Währenddessen läuft die Battlefield-Serie immer besser, was dazu führt, dass EA Entwicklerstudio DICE übernimmt.

Medal of Honor: Airborne wird zur Luftnummer

2007 versucht die Shooter-Serie nochmal mit Macht und Masse in den Markt zu drängen. Gleich drei Titel erscheinen: Vanguard für die bereits veraltete Playstation 2 und Nintendos Wii, Heroes 2 für die PSP und der letzte Versuch, das alte Medal of Honor zu retten: Airborne.

Vanguard scheitert krachend an den Kritikern und auch Airborne sammelt nur mittelprächtige Bewertungen ein. EA Los Angeles versucht sich mit moderner Grafik und dem Fokus auf Fallschirmspringer-Einheiten abzuheben. Doch die Kampagne und vor allem der Multiplayer können die Spieler nicht überzeugen.

Der Weltkriegs-Shooter-Markt ist übersättigt, die Spieler haben Lust auf Neues. Konkurrent Activision hat wieder mal den richtigen Riecher: Infinity Ward veröffentlicht Call of Duty: Modern Warfare. Das Spiel bringt das bewährte Formular in die Gegenwart, inklusive spannender Story, legendärer Schleichmission und Innovationen für den Multiplayer.

Airborne ist der Sargnargel für sieben Jahre Medal of Honor. EA entschließt sich für eine Auszeit und denkt die Marke neu. In diesem Prozess wird EA Los Angeles zu Danger Close Games.

Medal of Honors zweite Chance

Angesichts des großen Erfolgs von Modern Warfare ist klar: Medal of Honor muss weg von den Weltkriegen und hin zu modernen Konflikten. Danger Close Games entwickelt daher ein Reboot der Serie, schlicht Medal of Honor genannt. Erneut stehen reale Ereignisse im Hintergrund der Geschichte: Militärische Auseinandersetzungen im Afghanistan-Krieg, für die beteiligte US-Soldaten posthum die Medal of Honor erhielten.

Das Spiel erscheint 2010 zusammen mit EAs Battlefield: Bad Company 2, dem Nachfolger des ersten Story-lastigen Battlefield-Ableger aus dem Jahre 2008. Die Kampagne ist solide, der Multiplayer wird bei DICE entwickelt und versucht eine Mischung aus Call of Duty und Battlefield. Das Rezept geht auf: Der Medal of Honor-Multiplayer findet seine Nische und wird auf Jahre hinaus gespielt.

Das Reboot erreicht zwar weder den Erfolg eines Call of Duty noch den von früheren MoH-Titeln, ist aber erfolgreich genug, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Die Marke Medal of Honor scheint wieder an Bedeutung zu gewinnen.

Angespornt vom jährlichen Release-Zyklus der Call of Duty-Spiele plant EA abwechselnde Veröffentlichungen von Battlefield- und Medal of Honor-Ablegern. 2011 erscheint Battlefield 3 inklusive Story-Kampagne und wird ein voller Erfolg.

Das vorläufige Ende einer Erfolgsgeschichte

Medal of Honor: Warfighter erscheint planmäßig im Jahr 2012 – und kassiert reihenweise vernichtende Kritiken. Der Multiplayer – nicht mehr von DICE entwickelt – findet kaum Spieler. Die Marke Medal of Honor scheitert damit innerhalb von fünf Jahren zum zweiten Mal. Electronic Arts entschließt sich, den Stecker zu ziehen und die Marke auf Eis zu legen.

Nach etwa 15 Jahren MoH-Entwicklung wird Danger Close Games (ehemals EA Los Angeles, ehemals Dreamworks Interactive) endgültig geschlossen. Aus den Resten des Studios wird EA DICE Los Angeles, das fortan die Entwicklung von Battlefield und Star Wars: Battlefront unterstützt.

EA Chief Creative Director Rich Hilleman sagt 2013 in einem Interview, der Grund für das Scheitern läge in EAs Produktion des Spiels und nicht an externen Faktoren. „Doch für die nächsten paar Jahre können wir nur ein großes Ding in diesem Bereich haben“, so Hilleman. „Also entscheiden wir uns für Battlefield.“

Die alte Gang: Wiedergeburt in Virtual Reality

Etwa vier Jahre nach dem Warfighter-Flop beginnen zwei alte Bekannte über ein mögliches Revival der Serie zu reden: Hirschmann, Autor und Produzent des ersten Medal of Honors und Project Lead für Allied Assault und Zampella, Development Director für Allied Assault.

Während Zampella dem Shooter-Genre mit der Gründung von Infinity Ward und später Respawn Entertainment (Titanfall, Apex Legends) treu geblieben ist, wechselte Hirschmann nach dem Erfolg von Allied Assault zu LucasArts und war an Projekten wie der Battlefront-Reihe, Star Wars: The Force Unleashed, LEGO Star Wars oder LEGO Indiana Jones beteiligt. 2008 verlässt Hirschmann LucasArts und wechselt zu LeapFrog. Dort bleibt er bis 2012 und arbeitet danach als Creative Consultant bei DreamWorks Animation.

2016 wechselt Hirschmann zu Respawn Entertainment – dort wird gerade an Star Wars Jedi: Fallen Order geschraubt. Respawn arbeitet schon länger eng mit Publisher EA zusammen, der noch immer die Rechte an der Medal of Honor-Marke hält.

„Wir hatten eine enge Beziehung zu EA“, sagt Hirschmann. Es habe Überlegungen gegeben, die Marke wiederzubeleben, doch es war unklar, ob Respawn die Aufgabe übernehmen würde. Immerhin: Das Interesse war da und viele Mitarbeiter von Respawn hatten fast zwei Jahrzehnte früher an Allied Assault gearbeitet.

„Da war ehrlich gesagt eine emotionale Verbindung“, so Hirschmann. „Viele von uns haben damit ihre Karrieren gestartet. Ich habe einige Jahre bei LucasArts gearbeitet und hatte viel Laserschwert und Hyperdrive hinter mir. Vince und sein Team haben eine Menge moderne Kriegsschauplätze besucht und dann Titanfall entwickelt. Es fühlte sich für uns an, als gäbe es die Gelegenheit, zurückzugehen und diesen Schauplatz erneut zu besuchen.“

Intern werden einige Ideen für einen möglichen Titel entworfen, ein echtes Projekt entsteht allerdings noch nicht.

Zu dieser Zeit versucht Oculus mit großen Marken die eigene Hard- und Softwareplattform für Virtual Reality (Guide) zu stärken. Michael Doran, Executive Producer bei Oculus, kennt Respawn aus seiner Zeit bei EA und versucht schon länger die Entwickler zu überzeugen, ein echtes AAA-Game für VR zu entwickeln.

In einem Videotelefonat mit Zampella und Hirschmann kann Doran die beiden schließlich davon überzeugen, dass Oculus es ernst meint und bereit ist, das Geld und die Zeit, die für die Entwicklung eines großen Titels nötig ist, zu investieren. Die Entscheidung Medal of Honor in VR wiederzubeleben, fällt in diesem Meeting.

2017 kauft EA Respawn für mehr als 400 Millionen US-Dollar. Die Entwicklung von Medal of Honor schreitet weiter voran und bis 2019 arbeiten 180 Mitarbeiter an einem der ambitioniertesten VR-Titel. Im September 2019 präsentieren Respawn und Oculus erstmals Medal of Honor: Above and Beyond.

Zurück zu den Wurzeln

In Medal of Honor: Above and Beyond schlüpfen Spieler erneut in die Rolle eines OSS-Agenten, arbeiten mit dem französischen Widerstand zusammen, stürmen Omaha Beach und suchen geheime Superwaffen. Respawn verspricht eine Spielzeit von etwa 10 Stunden, begleitet von Musik des Grammy-Gewinners Michael Giacchino, der auch die Musik für Allied Assault komponierte.

Das Spiel liefert außerdem mehrere Multiplayer-Modi. „Wir haben einige der besten Multiplayer-Designer im Team. Ich bin natürlich voreingenommen. Aber eine Reihe davon haben an COD und Titanfall gearbeitet“, sagt Hirschmann.

Ein weiteres Feature des ersten Teils kommt ebenfalls zurück: die Galerie. Im ersten Teil sahen Spieler zwischen jeder Mission eine kleine Minireportage über relevante Ereignisse, die aus Archiv-Aufnahmen des zweiten Weltkriegs zusammengeschnitten wurden.

Für Medal of Honor: Above and Beyond hat Respawn erneut Minireportagen produziert. Diesmal haben die Entwickler Interviews mit Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt und sie an alte Schauplätze oder Museen gebracht. Alle Filme sind mit VR-Kameras gefilmt und erzählen etwa von einer französischen Widerstandskämpferin und dem Schicksal ihres verstorbenen Bruders, Rassismus-Erfahrungen eines schwarzen US-Marines oder dem Tod eines engen Freundes eines Soldaten.

Die Galerie soll der aktuellen und zukünftigen Generation die Erlebnisse der Überlebenden nahebringen und die ursprüngliche Vision von Medal of Honor erhalten: Menschen mittels eines Videospiels die realen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges näherbringen.

Für Hirschmann ist das kein Widerspruch: Der spaßige Teil des Videospiels und die hochemotionalen Geschichten von Überlebenden gehören für ihn zusammen. Man spiele auch niemals die Erlebnisse der Zeitzeugen in Videospielform nach.

Medal of Honor soll spaßig, authentisch, informativ und emotional sein und so das Interesse von denen wecken, die ansonsten nicht viel mit Geschichte am Hut haben. Dann sei das Ziel erreicht, sagt Hirschmann.

Großes VR-Vorbild: „Half-Life: Alyx ist ein Meisterwerk“

Der Game Director von Respawn Entertainment zeigt sich begeistert von den Möglichkeiten der virtuellen Realität: „Ich glaube, wir sind endlich in der Lage unsere Visionen von vor 20 Jahren zu realisieren.“ VR sei wie eine Zeitmaschine und erlaube vor allem eine Intimität im Geschichtenerzählen, die auf einem flachen Bildschirm so nicht möglich sei.

Im Laufe der vierjährigen Entwicklungszeit habe man viel von Titeln wie Asgards Wrath, Superhot VR, Walking Dead: Saints & Sinners und vor allem Half-Life: Alyx (Test) gelernt, das Hirschmann als „Meisterwerk unabhängig jeder Plattform“ bezeichnet.

So legen die Entwickler etwa großen Wert auf Anpassungsfähigkeit des Titels an die unterschiedlichen Anforderungen der Spieler. Medal of Honor: Above and Beyond soll viele Komfortoptionen bieten und lässt Spieler etwa Fahrzeugpassagen überspringen, mit abschließender Zusammenfassung der Ereignisse. Eine Teleportfunktion gibt es mittlerweile nicht mehr.

„Wir sind Teil dieser nächsten Generation von Software, die hoffentlich dazu beiträgt, zu definieren, was Triple-A in VR bedeutet“, sagt Hirschmann. Sollte er Recht behalten, könnte Medal of Honor: Above und Beyond für VR das werden, was Medal of Honor für Videospiele war: Eine (hoffentlich) hervorragende Präsentation der Möglichkeiten des Mediums. Und wie schon damals, muss es in die Fußstapfen von Half-Life treten.

Der Test zu Medal of Honor: Above and Beyond lest ihr auf MIXED.de.

Via: GamesRadar, Venturebeat

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Maximilian Schreiner

Maximilian Schreiner

Sein ersten Spiel war Worms+, ein Addon, das ohne Worms 1 nicht läuft. Seitdem kauft der das Hauptspiel immer zuerst. Shooterfreund, Witcher-Fanboy und VR-Hobbyist. Wartet seit seiner ersten Shadowrunsession auf ein Spiel wie Cyberpunk.
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