Rob Pardo hat World of Warcraft bei Blizzard mit entworfen und war Executive Producer von Diablo 3. Sein neues Projekt Arkheron startet am 25. September in die Crossplay-Beta. Im Interview erklärt er, warum Diablo 3 nie echtes PvP bekam, und bestätigt: Arkheron wird kein Free2Play.
Rob Pardo hat 17 Jahre bei Blizzard gearbeitet. Er war Designer für StarCraft, Lead Designer von Brood War und Warcraft III, später Lead Designer von World of Warcraft und Vice President of Game Design, ab 2013 Chief Creative Officer. Und er war Executive Producer von Diablo 3. Diese letzte Zeile erklärt, warum sein neues Spiel so aussieht, wie es aussieht. Auf der Gamescom 2026 habe ich mit ihm über Arkheron gesprochen, das erste Spiel seiner Bonfire Studios. Am 25. September startet die Crossplay-Beta dazu.
- Crossplay-Beta auf einen Blick: Start am 25. September 2026. Erstmals spielen PC, PlayStation 5 und Xbox Series X und S zusammen. Die Anmeldung läuft über eine Warteliste auf der offiziellen Seite, Einladungen kommen in Wellen per Mail, Teilnehmer der Closed Beta aus dem Juli werden bevorzugt berücksichtigt. Eine NDA gibt es nicht, Streamen ist ausdrücklich erlaubt. Ein Enddatum hat Bonfire nicht genannt.
„Wir wollen PvP“, der Satz, den Pardo jahrelang gehört hat
Wer bei Blizzard an Diablo 3 gearbeitet hat, kennt eine bestimmte Rückmeldung aus der Community besonders gut. Pardo erzählt sie so:
Ich war im Diablo-3-Team, ich war der Executive Producer. Ich erinnere mich also daran, wie oft die Community zu uns kam und sagte: Wir wollen PvP, wir wollen PvP. – Rob Pardo, CEO und Mitgründer von Bonfire Studios
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Geliefert hat Blizzard es nie in einer Form, mit der das Team selbst zufrieden war. Pardo erklärt im Gespräch, woran das lag, und der Grund ist kein Versäumnis, sondern eine Entscheidung, die lange vorher gefallen war.

Warum Diablo 3 kein echtes PvP bekam
Alles an dem Spiel, die Systeme, die Klassen, die Fähigkeiten, war zuerst für PvE entworfen. Also diese großen Fähigkeiten, Flächenschaden, etliche Kontrolleffekte, was richtig Spaß macht, wenn man gegen Monster spielt. Vieles davon funktioniert im PvP nicht so gut. – Rob Pardo
Das ist der Kern des Problems. Eine Fähigkeit, die einen halben Bildschirm voller Gegner umwirft, ist gegen Monsterhorden eine Freude. Gegen einen einzelnen Mitspieler ist sie ein Ärgernis. Dazu kommt die Ausrüstung: In einem Action-Rollenspiel mit dieser Menge an Gegenständen und Werten ist eine faire Balance kaum herzustellen, das habe ich Pardo im Gespräch auch so gesagt.
Versucht hat Blizzard es trotzdem. Pardo zieht ein nüchternes Fazit:
Wir haben immer wieder mit Modi experimentiert. Wir hatten nur nie das Gefühl, dem auf dem Fundament von Diablo 3 gerecht werden zu können. – Rob Pardo
Was Bonfire daraus gebaut hat
Aus dieser Erfahrung entstand keine Verbesserung, sondern eine Umkehrung:
Wir haben angefangen zu experimentieren und darüber zu reden: Was, wenn man das Ganze umdreht? Wenn man dafür sorgt, dass alle Fähigkeiten und der Kampf von vornherein für PvP entworfen sind. – Rob Pardo
Bonfire Studios gibt es seit 2016, an Arkheron arbeitet das Team seit 2018. Am Anfang stand kein fertiges Konzept, sondern ein Ideenfindungsprozess. Das Team sprach über eine ganze Reihe möglicher Spiele und wählte am Ende das aus, das zu ihm passte. Der Ausgangspunkt war laut Pardo ein Spiel für Action-RPG- und Diablo-Spieler, bei dem PvP an erster Stelle steht, gebaut in der Battle-Royale-Formel.
Herausgekommen ist ein Spiel, das aus der isometrischen Perspektive läuft, sich aber wie ein Shooter steuert. Gezielt wird frei. Dreierteams steigen einen Turm hinauf, und der Charakter entsteht nicht aus einer festen Klasse, sondern aus den Relikten, die unterwegs erbeutet werden. Zwei Modi gibt es: Spires mit drei gegen drei und Ascension mit 45 Spielern.
Ich war selbst vor rund einem Jahr in einem früheren Playtest und habe Arkheron damals mit einem Freund ein paar Runden gespielt. Schnell war uns klar: Dieses Spiel müssen wir im Auge behalten.
Getestet wird seit Jahren, zuletzt zwölf Tage am Stück
Bonfire testet nicht erst seit gestern, und die Reihenfolge verrät einiges über die Prioritäten des Studios:
- Zuerst eine kleine Gruppe sehr starker Spieler, noch bevor irgendetwas öffentlich war. Es ging darum, wie tief das Spiel trägt, ob die Mechaniken funktionieren und wie es auf hohem Niveau aussieht.
- Nach der Enthüllung das Steam Next Fest
- Danach Playtests mit der Community
- Eine Reihe wöchentlicher Tests, die Bonfire selbst als Beta-Runde bezeichnet
- Zuletzt ein zwölftägiger Betatest

Auf die Frage nach einem Releaseplan antwortet Pardo entsprechend:
Es gibt einen Plan, aber wir ändern den Plan immer wieder, je nachdem, was wir von der Community lernen. – Rob Pardo
Als ich anmerke, dass nach der Beta im besten Fall gar nichts mehr geändert werden muss, kommt die trockenste Antwort des Gesprächs:
Das wäre schön. Ich glaube, das ist in meiner ganzen Laufbahn noch nie passiert. – Rob Pardo
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Die Crossplay-Beta am 25. September: Termine, Plattformen, Anmeldung
Der nächste Test ist der erste mit Crossplay. Offiziell heißt er Crossplay Beta und ist die zweite Beta nach der geschlossenen Runde im Juli 2026.
| Was | Stand |
|---|---|
| Start: | 25. September 2026 |
| Ende: | nicht veröffentlicht |
| Plattformen: | PC (Steam), PlayStation 5, Xbox Series X und S |
| Zugang: | Warteliste auf der offiziellen Seite, Einladungen in Wellen per Mail |
| Bevorzugt: | Teilnehmer der Closed Beta aus dem Juli 2026 |
| NDA: | keine, Streamen und Videomaterial erlaubt |
| Letzter Patch davor: | Version 0.23.0 vom 15. September 2026 |
Bei der Anmeldung wird der Steam-, Xbox- oder PSN-Account verknüpft, darüber laufen die Wahl der Plattform und der Region. Wer eine Einladung bekommt, erhält zusätzlich Schlüssel für Freunde. Auf der Steam-Seite gibt es außerdem einen Knopf, um Zugriff anzufordern.
Ein NDA gibt es nicht, Streamen und Videomaterial sind ausdrücklich erlaubt. Zur Plattformreife sagt Pardo:
Wir gehen derzeit tatsächlich davon aus, dass es auf allen Plattformen bereit sein wird. – Rob Pardo
Early Access noch 2026 und die Frage nach dem Preis
Ein Releasedatum gibt es nicht. Was es gibt, ist ein Ziel:
Der Early-Access-Start wird so etwas wie unser erster Launch-Moment, und wir wollen noch dieses Jahr dahin kommen, das ist zumindest die Hoffnung. Der nächste große Test für uns ist: Wie läuft die Cross-Play-Beta? – Rob Pardo
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Damit hängt der Early Access direkt am Ergebnis des Tests am 25. September. Interessanter ist aber, was Pardo zum Geschäftsmodell sagt, denn dazu hielt sich Bonfire bislang bedeckt. Auf meine Frage, ob Arkheron ein Kauftitel wird, antwortet er mit Ja. Free2Play ist damit vom Tisch.
Beim Preis bleibt er dagegen zurückhaltend:
Das haben wir noch nicht entschieden. Wir diskutieren intern noch darüber. Und sobald wir eine Antwort haben, kündigen wir sie an. – Rob Pardo
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Ich halte den Kauftitel bei diesem Spiel für die passende Wahl. Arkheron wirkt auf mich sehr poliert, und bei Free2Play kommt aus meiner Erfahrung sofort die Frage, worüber das Spiel Geld verdient. Ein einmaliger Preis beantwortet die Frage, bevor sie gestellt wird.
Warum das Studio Bonfire heißt
Zum Schluss habe ich nach seinem liebsten Moment mit dem Spiel und der Community gefragt. Die Antwort beginnt beim Studionamen.
Der Name Bonfire kommt von dieser Idee: Er soll eine Metapher für die Spiele sein, die wir machen. Wir wollen wirklich, dass unsere Spiele ein Ort sind, an dem die Communitys zusammenkommen, die zu uns finden. Das war immer der grundlegende Zweck von Bonfire. – Rob Pardo
Dazu gehört ein Ritual, das es im Studio schon lange gibt: Playtests am Morgen, als festes Ritual, seit vielen Jahren. Etabliert wurde es kurz vor der Pandemie, und genau das erwies sich als Glücksfall.
Wir waren ein Studio, in dem alle vor Ort waren, und mussten über Nacht lernen, aus der Ferne zu arbeiten, jedenfalls in den USA. Und was uns als wirklich eng zusammengewachsenes Büro zusammengehalten hat, waren unsere morgendlichen Playtests. – Rob Pardo

Worauf Pardo hinauswill: Im Homeoffice sieht man die Kollegen kaum noch, mit denen man nicht direkt zusammenarbeitet. Über die morgendlichen Runden kam das Team trotzdem immer wieder mit anderen Kollegen in Kontakt. Das Spiel, das eine Community zusammenbringen soll, hat zuerst das eigene Studio zusammengehalten.
Bei dem Spiel geht es vor allem anderen um unsere Community. – Rob Pardo
Das ist für mich der Punkt, an dem das Gespräch über Arkheron hinausgeht. Es gibt sehr viele Spiele, in die man hineingeht, spielt und wieder hinausgeht, ohne je eine Community gehabt zu haben, mit der man reden könnte. Ich arbeite selbst im Community-Management, und der Ansatz, ein Spiel von vornherein als Treffpunkt zu denken, ist genau das, was ich mir öfter wünschen würde.
Arkheron im Überblick
| Spiel: | Arkheron |
| Entwickler: | Bonfire Studios |
| Genre: | Kompetitives PvPvE, isometrisch mit freiem Zielen |
| Modi: | Spires (3 gegen 3), Ascension (45 Spieler) |
| Plattformen: | PC (Steam), PlayStation 5, Xbox Series X und S |
| In Entwicklung seit: | 2018, Studio gegründet 2016 |
| Crossplay-Beta: | ab 25. September 2026, keine NDA |
| Release: | offen, Early Access für 2026 angestrebt |
| Geschäftsmodell: | Kauftitel, Preis noch nicht entschieden |
Arkheron steht damit an einem Punkt, an dem vieles feststeht und das Wichtigste noch offen ist. Das Spiel ist seit 2018 in Entwicklung, wurde in mehreren Runden getestet, und es hat eine klare Idee davon, was es sein will. Wann es erscheint und was es kostet, entscheidet sich erst noch. Die Anmeldung für die Crossplay-Beta ab dem 25. September läuft bereits.








