Hinweis: Dieser Testbericht beschreibt den Stand des Launch Scale Tests im September 2026, also vor dem Release. Einzelne Details können sich in der globalen Version seitdem geändert haben. Zwölf Stunden, Stufe 30, zwei Testabende: Im Launch Scale Test habe ich AION 2 so gespielt, wie ich jedes neue MMORPG spiele. Das Kampfsystem hat mich überzeugt, die Charaktersysteme auch. Aber ein Punkt ist mir immer stärker aufgefallen.
Ich klicke eine Quest im Questlog an, und meine Figur läuft los. Allein, ohne dass ich die Richtung vorgebe, bis zum Ziel. Praktisch ist das, keine Frage. Im Stream ist mir an der Stelle trotzdem rausgerutscht, dass es sich direkt nach einem Mobile-Game anfühlt. Dieser Moment steht ziemlich gut für den ganzen Test: AION 2 macht vieles richtig, nimmt mir an einigen Stellen aber mehr ab, als ich abgenommen haben will.
Alle weiteren Guides, Termine und Fakten sammeln wir in unserem AION 2 Guide mit allen Tipps und Lösungen auf einen Blick.
Was der Launch Scale Test war
Der Launch Scale Test war der letzte große Belastungstest vor dem Release, offen für alle und ohne Key. Gespielt habe ich an beiden Testtagen, insgesamt rund zwölf Stunden, und bin dabei auf Stufe 30 gekommen. Die Maximalstufe liegt bei 45. AION 2 erscheint am 5. Oktober, mit Gründerpaket (Founder’s Pack) geht es bereits ab dem 30. September los.

Mein Maßstab sind die MMORPGs, die ich selbst gespielt habe, allen voran World of Warcraft, dazu New World, Guild Wars 2, AION 1, Lost Ark, Elder Scrolls Online und alles, was sonst noch Rang und Namen hat. An diesen Spielen messe ich auch AION 2.
Was sofort funktioniert
Das Kampfgefühl stimmt. Die Fähigkeiten greifen gut ineinander, Treffer haben Gewicht, und das Tempo passt. Bei einem MMORPG ist das die halbe Miete, denn gekämpft wird in diesem Genre ständig.
Die Charaktererstellung ist extrem detailliert. Gesicht, Körper und Stil lassen sich bis ins Kleine anpassen, und acht Klassen zum Start sind genug Auswahl, um eine Weile zu überlegen.
Die Fortschrittssysteme
Neben dem Kampf gibt es eine ganze Schicht an Fortschrittssystemen, und die meisten davon haben mir gefallen.
- Daevanion: Boards mit Runenfeldern, über die ihr eure Werte und Fähigkeiten weiter ausbaut. Fünf davon gibt es, zwei davon waren bei mir noch gesperrt, weil mir der Quest- und Levelfortschritt fehlte. Ein schönes System, um sich langfristig zu verbessern.
- Stigma: zusätzliche Fähigkeiten, die ihr gezielt auswählt und ausrüstet. Damit lässt sich der eigene Spielstil gut schärfen.
- Pets: kein Kampfsystem, sondern ein Sammelsystem. Wer Monster besiegt, sammelt deren Seelen und schaltet so nach und nach Pets frei, in drei Stufen. Eine davon schaltet einen Verwandlungsmodus frei. Was genau der bewirkt, habe ich im Test noch nicht herausgefunden.
- Spezieskenntnis: ein Analysesystem für die Pets mit fünf Kategorien, das zusätzliche Boni bringt.

Das Pet-System finde ich richtig cool, gleichzeitig ist es das komplexeste System im ganzen Spiel. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstanden hatte, welche Stufe was bringt.
Der Knackpunkt: Jeder spielt für sich
Damit zum Punkt, der mich am meisten gestört hat. AION 2 teilt seine Welt stark auf. Im Test waren nicht einzelne Bereiche instanziert, sondern alle kleinen Dungeons auf der Karte, die Garnisonen (Strongholds) und viele Story-Quests. Dazu laufen die Gebiete über Kanäle. Die Folge: Man steht in der offenen Welt oft nicht mit den Leuten zusammen, mit denen man eigentlich spielen will.
An einer Stelle habe ich es im Stream direkt ausprobiert. Zusammen mit einem Gruppenmitglied bin ich in einen der Dungeons gegangen, um zu sehen, ob wir dort gemeinsam landen oder jeder für sich. Das Ergebnis: instanziert. Mein Kommentar dazu war ziemlich kurz: Na ja, dann macht das eben jeder für sich.

Für mich ist das kein Detail. Ein MMORPG lebt davon, dass man anderen begegnet, zufällig Gruppen bildet und gemeinsam durch eine Welt zieht. Je stärker ein Spiel diese Welt in Einzelräume zerlegt, desto mehr fühlt es sich an wie ein Online-Rollenspiel für eine Person mit Chatfenster.
Der erste Dungeon, die Kraohöhle, passt ins Bild. Mit einer unkoordinierten Zufallsgruppe waren wir nach fünf Minuten durch. Ich denke dabei an die Todesminen in World of Warcraft, wo schon der erste Dungeon ein Erlebnis war. Die Kraohöhle war eher eine kurze Etappe.
Tempo und Fortschritt
Das Leveln geht schnell, für meinen Geschmack zu schnell. Stufe 30 hatte ich nach rund zwölf gemütlich gespielten Stunden. Gängige Schätzungen liegen bei 10 bis 15 Stunden bis zur Maximalstufe 45, und das deckt sich mit meinem Eindruck.
Beim Herstellen ist es umgekehrt. Monster fallen schnell, Materialien droppen dafür selten. Und das Handwerk selbst fühlt sich sehr linear an: Die Seltenheitsstufen geben den Weg vor, echte Entscheidungen, welche Ausrüstung ich baue, habe ich kaum getroffen.
Positiv sind die Sammelberufe. Die kann man ab Charakterstufe 10 ohne Werkzeug ausüben, höhere Sammelstufen verbessern nur Ausbeute und Qualität. Zwei davon habe ich im Test bis zur Obergrenze der Anfängerstufe gebracht. Die Quest, die weiter nach oben führt, habe ich nicht mehr geschafft.
Welt, Grafik und kleine Reibungen
Optisch liegt das Spiel etwas unter dem, was die Trailer versprochen haben. Schön ist es trotzdem, nur eben nicht auf dem Niveau der Präsentation. Die Gebiete wirkten auf mich kleiner als erwartet, und mir haben die starken Übergänge gefehlt, die ich aus World of Warcraft kenne. Vom hellen Wald von Elwynn in den düsteren Dämmerwald oder hinaus auf die Felder von Westfall: Solche Wechsel geben einer Welt Charakter. In AION 2 habe ich die im Test kaum gesehen oder bemerkt.
Dazu kommen Kleinigkeiten im Menü. Eine Einstellung für die Mausempfindlichkeit habe ich nicht gefunden, eine Begrenzung der Bildrate (Abseits von V Sync) auch nicht. Das Einstellungsmenü ist ansonsten umfangreich, gerade deshalb fällt auf, was fehlt.

Das Pantheon ist dagegen eine Geschmacksfrage. Dort stellt ihr Statuen und Gemälde auf, die Werte-Boni geben. Das ist eher eine Trophäenwand als Housing. Echtes Housing hätte ich mir gewünscht, für das Spiel ist das aber kein Beinbruch.
Die Shugofesta hingegen mag ich. Im Test lief das Minispiel-Event stündlich und gab starke Belohnungen. Genau das hat eine Kehrseite: Weil die Belohnungen so gut sind und man sich nicht vorab anmelden kann, unterbricht man jede Stunde, was man gerade macht.
Was richtig gut ist: Fliegen
Der Moment, in dem man zum ersten Mal abhebt, ist das Beste am Test. Fliegen ist in AION 2 nicht nur Reisemittel, sondern auch Teil des Kampfes. Man kann in der Luft kämpfen, komplett, und das fühlt sich an wie das, was diese Reihe von anderen MMORPGs unterscheidet. Die Flügel selbst sind dazu Sammelobjekt, Statussymbol und bringen weitere Boni.

Was ich noch nicht beurteilen kann
Raids und das große Endgame auf Stufe 45 waren im Test nicht erreichbar. Dazu kann ich nichts sagen, und das ist der Teil, der über die Langzeitmotivation entscheidet.
Offen ist für mich auch die Monetarisierung im laufenden Betrieb, denn die Echtgeld-Monetarisierung war im Test abgeschaltet. Zwei Dinge sind mir trotzdem aufgefallen. Zum Start sehen die Rüstungen der Klassen einander sehr ähnlich. Ich vermute, dass die optische Vielfalt später über Kostüme kommen soll. Falls das der Weg ist, habe ich damit kein Problem. Mehr Sorge macht mir die Verstärkung der Ausrüstung auf +5, +6, +7 und weiter. Aus Lost Ark kenne ich, wie schnell so ein System mit Materialien verknüpft wird, die man für echtes Geld kaufen kann. Im Test habe ich davon nichts gesehen, beobachten werde ich es trotzdem.
Mein Fazit nach zwölf Stunden
AION 2 hat ein starkes Fundament. Das Kampfgefühl ist gut, die Charaktersysteme machen Lust auf mehr, und das Fliegen ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Für alle, die ein MMORPG vor allem für sich spielen, schnellen Fortschritt mögen und gern an ihrem Charakter feilen, bietet AION 2 viel.
Ich spiele ein MMORPG wegen der gemeinsamen Welt, und da bleibe ich skeptisch. Die starke Instanzierung, der Autolauf und der schnelle, sehr geführte Fortschritt ziehen AION 2 an einigen Stellen in Richtung eines Spiels, das man eher neben anderen als mit ihnen spielt. Ob das Endgame das auffängt, zeigt sich erst nach dem Release am 5. Oktober.
AION 2 im Überblick
| Spiel | AION 2 |
| Entwickler | NC (früher NCSOFT) |
| Genre | MMORPG |
| Plattform | PC (Steam und PURPLE) |
| Release | 5. Oktober 2026 |
| Advanced Access | 30. September bis 4. Oktober 2026 mit Gründerpaket |
| Maximalstufe | 45 |
| Gespielt | Launch Scale Test, rund 12 Stunden bis Stufe 30 |
Update-Log
- 10.10.2026: Hinweis zum Vor-Release-Stand ergänzt, Sammeln ab Charakterstufe 10 und die Faktenbox mit NC und Advanced Access aktualisiert.
- 08.10.2026: Link zu unserem AION 2 Guide mit allen Tipps ergänzt.
- 03.10.2026: Englische Begriffe in Klammern ergänzt.









