Resident Evil Requiem setzt auf Angst und Adrenalin im Wechsel. Warum Grace und Leon kaum unterschiedlicher sein könnten und genau das den Horror neu definiert, erfahrt ihr hier.
In Resident Evil Requiem setzt Capcom im neunten Hauptteil gezielt auf zwei unterschiedliche Spielansätze. Grace Ashcroft und Leon S. Kennedy stehen dabei nicht nur für verschiedene Figuren, sondern für zwei klar abgegrenzte Gameplay-Philosophien. Wie sich die beiden unterscheiden und warum genau dieser Kontrast den Rhythmus des Spiels bestimmt, erfahrt ihr hier.
Grace Ashcroft: Survival-Horror aus der Ego-Perspektive
Grace ist keine ausgebildete Kämpferin. Ihr Spielstil ist defensiv ausgerichtet und orientiert sich am klassischen Survival-Prinzip. Ressourcen sind begrenzt, Gegner stellen eine ernsthafte Bedrohung dar und direkte Konfrontationen sind meist riskant.
Ihr bewegt euch überwiegend in der Ego-Perspektive durch die Spielwelt. Das reduziert die Übersicht und verstärkt die unmittelbare Wahrnehmung der Umgebung. Sichtlinien sind eingeschränkt, Geräusche gewinnen an Bedeutung und Begegnungen entstehen oft auf kurze Distanz.
Die Mechanik zwingt euch dazu, Situationen abzuwägen. Ausweichen, Verstecken oder das gezielte Umgehen von Gegnern stehen im Vordergrund. Graces Abschnitte knüpfen damit an die Ausrichtung von Resident Evil 7 an und rücken das Gefühl der Verwundbarkeit ins Zentrum.
Leon S. Kennedy: Kontrolle und offensive Spielweise
Leon S. Kennedy übernimmt in Resident Evil Requiem die actionbetonteren Sequenzen. Er tritt als erfahrener Einsatzveteran auf, der bereits frühere Ausbrüche überstanden hat und entsprechend souverän agiert.
Seine Kapitel setzen stärker auf direkte Konfrontation. Ihr verfügt über effektivere Waffen, zusätzliche Nahkampfoptionen und mehr taktische Werkzeuge. Das Kampfsystem erinnert in seiner Struktur an Resident Evil 4, bleibt aber in das düstere Gesamtbild eingebettet.
- Hinweis: Wir haben euch die wichtigsten Charaktere von Resident Evil 9 nochmal zusammengefasst.

Gespielt wird bei Leon standardmäßig mit Schulterkamera, während Capcom für Grace die Ego-Perspektive empfiehlt. Grundsätzlich könnt ihr bei beiden Charakteren jedoch jederzeit zwischen den Ansichten wechseln. Gerade bei Leon funktioniert sowohl die Schulter- als auch die Ego-Perspektive gut, sodass ein situativer Wechsel je nach Spielsituation sinnvoll sein kann. Die Schulterkamera sorgt für mehr Übersicht und Kontrolle im Gefecht, Gegner lassen sich besser einschätzen und Räume klarer erfassen. Der Fokus liegt hier weniger auf Flucht, sondern auf aktiver Durchsetzung.
Kontrast als zentrales Design-Element
Der Wechsel zwischen Grace und Leon ist kein bloßer Perspektivwechsel, sondern ein strukturelles Element des Game Designs. Längere, vorsichtige Passagen mit Grace werden durch dynamischere Abschnitte mit Leon aufgelockert.
Dabei entsteht ein klarer Rhythmus. Defensive Phasen erhöhen die Anspannung, offensive Sequenzen verschieben das Kräfteverhältnis zugunsten der Spieler. Dieser Kontrast verstärkt beide Spielstile, ohne dass einer den anderen verdrängt.
Resident Evil Requiem nutzt Grace und Leon damit gezielt, um zwei Kernidentitäten der Reihe miteinander zu verbinden. Statt sich zwischen Survival-Horror und Action zu entscheiden, setzt das Spiel auf die kontrollierte Gegenüberstellung beider Ansätze.









